Aktuelle Kommentare
Das Ende des Erdölzeitalters war jüngst Thema eines wissenschaftlichen Kongresses, über den ein lesenswerter Artikel von Manfred Kriener in der "taz" informiert. Zur "Peak-Oil"-Debatte verweisen wir auch auf unsere Rubrik "Weitere Seiten zum Thema im Internet".
Obwohl wir selbst die Schlussfolgerungen radikaler ziehen würden, geben wir hier einen u.E. sehr lesenswerten Beitrag von Henrik Paulitz vom IPPNW zum Thema Knappes Öl und Militarisierung wieder. Im selben Sinne macht Michael Plöse in seinem Beitrag Peak Oil in Karlsruhe darauf aufmerksam, was die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtshofes zur Legitimität von Auslandseinsätzen der Bundeswehr mit dem weltweiten Kampf um den letzten Tropfen Öl zu tun hat.
Unter dem Titel Kapitaler Klimawandel zeigen Andreas Exner und Lothar Galow-Bergemann in der Zeitschrift "Streifzüge" (Nr. 40, Kuli 2007) auf, dass sich die Klimakatastrophe nicht einfach durch mehr Effizienz und mehr Einsatz erneuerbarer Energien aufhalten lässt. Innerhalb der kapitalistischen Wachstumsgesellschaft ist Nachhaltigkeit nicht zu erreichen. Nicht nur Effizienz, sondern Suffizienz, d.h. ein absolutes Absenken unseres Verbrauchsniveaus ist erforderlich. Der kapitalistische Wachstumszwang lässt genau das nicht zu.
Wolfgang Storz zeigt in enem Artikel unter dem Titel Hurra, die Klimakatastrophe wächst der Wochenzeitung "Freitag" auf, wie die Partei Die Linke und die Gewerkschaften weiter an der alten Wachstumspolitik festhalten und damit bei aller Nachhaltigkeitsrhetorik für eine Ökologiepolitik, die diesen Namen verdient, bisher kaum brauchbare Bündnispartner sind.
In einem Beitrag der schweizerischen WOZ unter dem Titel Lauwarme Gesten kritisiert Marcel Hänggi eine verkürzt ökonomische Sichtweise der Klimakatastrophe von einem Kosten-Nutzen-Standpunkt aus.
Zum 20. Jahresgedenken von Tschernobyl hat die Initiative Ökosozialismus ein Flugblatt verfasst. Wir Atomkraftgegner sagen mit Recht: Um die Kohlendioxidbilanz der Atomkraft ehrlich zu erstellen, darf man sich nicht nur auf den laufenden Betrieb beschränken, sondern man muss den gesamten Prozess vom Uranabbau bis zur Endlagerung betrachten. Wir meinen aber entschieden: Genauso redlich muss man auch die erneuerbaren Energien bilanzieren ....
Angesichts der sich immer deutlicher abzeichnenden Klimakatastrophe plädieren neuerdings auch so promionente Ökologen wie James Lovelock für eine Renaissance der Atomenergie. Dahinter steht unter anderem die Einsicht, dass ein einfaches Umsatteln auf erneuerbare Energien nicht so möglich ist, wie es uns Illusionisten wie Hermann Scheer und andere glauben machen wollen. Dass die Atomkraft aber erst recht kein Ausweg ist, belegt eindrucksvoll ein Beitrag des ehemaligen britischen Umweltministers Michael Meacher. Es führt eben kein Weg an der Schlussfolgerung vorbei, dass wir uns vom Industrialismus verabschieden müssen.
In der letzten Ausgabe der ila (Jubiläumsausgabe zum 30-jährigen Bestehen) die wir bei dieser Gelegenheit ohnehin dringend empfehlen (s. Z.B. das Heft 304, April 2007, zum Thema "Agrotreibstoffe"), wurde der Beitrag von Bruno Kern, Ökosozialismus oder Barbarei. Wie wir den Kapitalismus überleben, veröffentlicht.
Ernst Schriefl & Andreas Exner: Nachhaltigkeit, Wirtschaftswachstum und Attac
Saral Sarkar: Keynesianismus
Saral Sarkar: Warum man die Globalisierung kritisieren soll
Serge Latouche: Circulus vitiosus
Die PDS und die Ökologie: Vortrag von Saral Sarkar in Berlin und Diskussion, Mai 2004
Buchbesprechungen
Zu: Elmar Altvater, Das Ende des Kapitalismus, wie wir ihn kennen
Die Thesen von Elmar Altvaters Buch selbst sind sehr gut dargestellt in folgendem Beitrag der Schweizer linken Wochenzeitung woz: Wenn das Öl ausgeht.